Berufe

Der Landwirt

Rund vier Prozent der Schweizer Bevölkerung sind Landwirte. Sie bewirtschaften und unterhalten mit modernen Maschinen rund die halbe Nutzfläche unseres Landes als selbständige Unternehmer und leisten dadurch einen wesentlichen Beitrag an unsere Nahrungsmittelversorgung und an die Erhaltung unseres Lebens- und Erholungsraumes.

Der moderne Landwirt ist ein Unternehmer, der sich nicht nur für die wirtschaftliche Seite interessiert, sondern immer mehr auch ökologisch engagiert ist und ganzheitlich denkt. Die Ansprüche an landwirtschaftliche Fachpersonen sind hoch, da sie mitten im Spannungsfeld Ökonomie – Ökologie – Gesellschaft stehen.
Ausser Freude an der Natur, an Pflanzen und Tieren, einer guten Konstitution und handwerklichem Geschick wird von zukünftigen Bauern auch technisches Verständnis, unternehmerisches Denken, Zielstrebigkeit, Eigenverantwortung und Sinn für Zusammenhänge erwartet. Der Landwirt braucht sehr viele Kenntnisse nicht nur über Tiere und Pflanzen und Umweltschutz, sondern auch über Zusammenhänge der Landwirtschaftspolitik (Globalisierung des Marktes, Entwicklungen in der Gentechnologie, Ethik).

Die Schweizer Bauern und Bäuerinnen produzieren Nahrungsmittel und Rohstoffe wie Milch, Fleisch, Getreide, Gemüse und Obst. Sie halten ihre Tiere artgerecht und erhalten die Artenvielfalt der Pflanzen. Die Jahreszeiten, das Klima und das Wetter beeinflussen ihre Arbeit.

Voraussetzungen – Anforderungen

Freude an der Natur, an Pflanzen und Tieren, gute Konstitution, handwerkliches Geschick und technisches Verständnis, unternehmerisches Denken, Zielstrebigkeit, Eigenverantwortung, Sinn für Zusammenhänge, Bereitschaft zu körperlicher Arbeit, betriebswirtschaftliches Interesse. Abgeschlossene Volksschule.

Kontaktadressen / weitere Informationen

Schweizerischer Bauernverband SBV

Laurstrasse 10

5200 Brugg

Tel. 056 462 51 11, Fax 056 441 53 48

Internet: www.bauernverband.ch

Der Müller

Heute widerspiegelt die Arbeit der Müller/-innen den hohen Grad der Technisierung unserer Gesellschaft. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, den Verarbeitungsprozess des Brotgetreides zu Mehl zu überwachen.

Ohne erstklassiges Getreide kann kein gutes Brot gebacken werden. Ebenso wichtig ist aber, wie der Weizen, Roggen oder  Dinkel nach der Ernte zu Mehl verarbeitet wird. Für die Qualität des Mehls ist der Müller/die Müllerin zuständig. Mit der zunehmenden Technisierung unserer Gesellschaft hat sich die Arbeit in diesem auf uralter Tradition beruhenden Beruf grundlegend verändert.

Das umfangreiche Fachwissen des Müllers/der Müllerin erlaubt, die verschiedenen Arbeitsgänge im Verarbeitungsprozess vom Getreide zu Mehl zu berechnen, zu steuern und zu überwachen. Dabei werden sie von elektronischen Überwachungsinstrumenten unterstützt. Der Müller/die Müllerin sind auch für die Qualitätskontrolle des angelieferten Getreides, des Mahlgutes im Vermahlungsprozess sowie für die Schlusskontrolle des Endproduktes Mehl verantwortlich. Auch für die Wartung der Maschinen sind sie zuständig.

Anforderungen an den Müller-Lehrling

Interesse an Naturprodukten und biologischen Vorgängen, technisches Verständnis und Geschick, gute Beobachtungsgabe, Hygienebewusstsein, Bereitschaft zu Schichtbetrieb, keine Allergie.

Ausbildung

Die Lehre zum Müller/zur Müllerin dauert drei Jahre. Der praktische Teil wird in einem Mühlenbetrieb gelehrt: Der theoretische Unterricht wird in Blockkursen an der Fachschule in Uzwil vermittelt. Die bestandene Lehrabschlussprüfung gibt Anrecht auf das eidg. Fähigkeitszeugnis als «Gelernte/r Müller/in».

Es kann auch eine Berufsmittelschule besucht und die Berufsmatura erworben werden. Die Tore der Welt stehen einem jungen Müller offen, wenn er die international anerkannte Swiss Milling School in St. Gallen mit dem Titel Müllereitechniker erfolgreich durchlaufen hat.

Kontaktadresse / weitere Informationen:

Schweiz. Berufsbildungskommission für Müller

Bernstrasse 55

3052 Zollikofen

Tel. 031 915 21 11, Fax 031 915 21 12

Internet: www.mueller-in.ch

Berufsbildungskommission für Müller

Gewerbliche Berufsschule Uzwil

9240 Uzwil

Tel. 071 951 61 11, Fax 071 951 88 36

Internet: www.bbz-uzwil.ch

Schweizerische Müllereifachschule St. Gallen

Tellstr. 2

9000 St. Gallen

Tel. 071 227 63 63, Fax 071 227 63 73
Internet: www.sms-sg.ch

Broschüre «Nahrungsmittel. Chancen in Beruf und Arbeit» erhältlich beim
 Schweizerischen Verband für Berufsberatung, Postfach 396, 8600 Dübendorf,

Tel. 044 801 18 99, Fax 044 801 18 00

E-Mail: vertrieb@svb-asosp.ch
Internet: www.svb-asosp.ch

Der Bäcker-Konditor

Jeden Tag die Kundschaft mit frischem Brot, Gebäck und Snackprodukten einzudecken, ist anspruchsvoll und kann manchmal hektisch sein, aber es fehlt nie an Abwechslung. Team-Work wird gross geschrieben, denn alles muss in der Backstube bis fast auf die Minute klappen. Das Sortiment umfasst mehr als 200 verschiedene Brotsorten und Kleingebäcke – eine täglich neue Herausforderung für die Bäcker-Konditorinnen, die das Brot zu einem Erlebnis werden lassen.

Teig kneten leicht gemacht

Aus Mehl, Wasser, Salz und Hefe oder Sauerteig wird der Teig für Normalbrot hergestellt. Aus Spezialmehl mit verschiedensten Zutaten (Nüssen, Früchten, Kernen) entstehen Teige für Spezialbrot, Klein- und Feingebäck. Teig wird heute nicht mehr mühsam von Hand, sondern maschinell geknetet, mechanisch geteilt und ausgerollt. Die vielfältigen Brot- und Gebäckformen setzen jedoch nach wie vor handwerkliches Geschick des Bäcker-Konditors/der Bäckerin-Konditorin voraus. Der Backofen ist in den meisten Betrieben elektronisch gesteuert. Jährlich werden über 350 000 Tonnen Mehl verarbeitet, rund drei Viertel zu Brot und Backwaren.

Süsse Köstlichkeiten

Zum Konditoreibereich gehört das Herstellen von Teigen, Massen, Crèmes und Füllungen für Patisserie und Konfekt, das Dressieren, Füllen, Glasieren, Gestalten und Dekorieren von Torten und Desserts, vorwiegend Handarbeit. Die beiden Gebiete Brotherstellung und Konditoreibereich gehören heute zum selben Beruf. Der tägliche Auftrag für die Backstube heisst «Backzettel», wird stets neu zusammengestellt und lässt Raum für Fantasie und kreative Ideen.

Berufsanforderungen

Wichtig sind: Handgeschicklichkeit, kreatives Flair, guter Geschmacks- und Geruchs-, Formen- und Farbensinn, Freude am Umgang mit Maschinen, Exaktheit, flinkes, zuverlässiges Arbeiten auch unter Zeitdruck, Teamgeist, gute Gesundheit.

Aus- und Weiterbildung

Die Grundausbildung (Lehre) dauert drei Jahre. Praktisch ausgebildet wird in einer Bäckerei-Konditorei, ergänzt durch Einführungskurse. Die theoretische Ausbildung umfasst einen Tag pro Woche an der Berufsschule. Nach der Lehre kann auch eine Berufsmatura erworben werden. Die Weiterbildungsmöglichkeiten an der Fachschule Richemont des Schweizerischen Bäcker-Konditorenmeister-Verbandes sind vielfältig.

Weltweit willkommen

Schweizer Bäcker-Konditor/innen sind gefragte Fachleute auf der ganzen Welt. Abwechslungsreiche, sichere Arbeitsplätze finden sie in kleinen und grösseren Betrieben, in der Gastronomie, in Hotels, auf Passagierschiffen und bei Fluggesellschaften. Auch die Aussichten, sich später einmal selbständig zu machen, sind gut.

Schnuppern kein Problem

Wer eine Schnupperlehre machen oder sich näher informieren möchte, kann sich beim Bäcker-Konditormeister am Wohnort melden. Weitere Auskünfte sind auch erhältlich bei:



Schweizerischer Bäcker-Konditorenmeister-Verband
Seilerstrasse 9
3001 Bern
Telefon 031 388 14 14, Fax 031 388 14 24
Internet: www.swissbaker.ch
E-Mail: sbkv@swissbaker.ch

Association romande des 
Artisans Boulangers-Pâtissiers
av. Gén.-Guisan 48
1009 Pully
Telefon 021 728 46 76, Fax 021 729 48 32
Internet: www.lepain.ch
E-Mail: info@lepain.ch

Richemont Fachschule
Seeburgstrasse 51
6006 Luzern
Telefon 041 375 85 85, Fax 041 375 85 90
Internet: www.richemont.cc
E-Mail: richemont@richemont.cc